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Die Rappenantilope, auch Säbel genannt, liebt die trockenen, lichten Waldungen und Busch- und Graslandlandschaften. Im Gegensatz zur Pferdeantilope findet man die Säbelantilope auch in dichteren Waldungen, dafür meidet sie die ausgedehnte offene Grassteppe. In den weiten Übergangszonen trifft man auch beide Arten.

Diese recht große Antilope, die immerhin auf ein Gewicht von 180-250 kg kommt, lebt in kleineren Herden von gewöhnlich 10 bis 20 Tieren, gelegentlich aber auch bis 80. Diese Herden bestehen im allgemeinen aus den Kühen, Jungtieren und Halbwüchsigen Antilopen, sowie einem Bullen, der die Herde führt. Ansonsten sind die Männchen oft als Einzelgänger oder in kleinen Gruppen anzutreffen. Wie bei den Pferdeantilopen, holen sich die Bullen in der Paarungszeit die paarungsbereiten Kühe aus der Herde, mit denen sie für diesen Zeitraum paarweise umherziehen.

Ihre Nahrung besteht zu 90 % aus Gras. Blätter werden nur wenig geäst. Sie sind auch nie weit vom Wasser entfernt.

Ihre Hörner wissen die Rappenantilopen gut als Waffen einzusetzen und verwenden sie auch bei der Verteidigung gegen Raubtiere, sogar gegen Löwen. Auch kämpfen sie sehr viel mit- und untereinander.

Ihre jahreszeitlich bedingten Wanderungen führen sie auf festen Routen weit in ihrem Vorkommensgebiet umher. In Namibia gibt es ein paar Säbelantilopen auf dem Waterberg Plateau-Park, ansonsten kommen sie dort nur im Nordosten, im Caprivistreifen, vor.

Mit einer Schulterhöhe von 110-140 cm, ist die Rappenantilope recht groß. Das sehr dunkle Fell, die auffallende Kopfzeichnung, und die sehr langen, stark gebogenen Hörner lassen eine schnelles Erkennen der Säbelantilope zu.

Rappenantilope o. Säbelantilope

Beide Geschlechter tragen Hörner, die sehr lang sind, und im Mittel 100 cm, maximal bis zu 164,8 cm messen können. Die stark geringelten Hörner verlaufen nicht divergierend, sondern fast parallel. An der Basis sind fast senkrecht und beschreiben dann einen weiten Bogen nach hinten.

Die Kühe ähneln den Bullen, sind aber allgemein blasser, und von eher dunkel kastanienbrauner Farbe, bis hin zu mehr oder weniger starkem leuchtend golden kastanienbraun. Ihre Hörner sind schwächer, kürzer und auch weniger gekrümmt.

Die allgemeine Färbung der Rappenantilope ist glänzend schwarz. Die Unterseite ist reinweiß und scharf von der dunklen Oberseite abgegrenzt. Das Gesicht dieser Antilope ist weitgehend weiß, wobei es von einem breiten, schwarzen Nasenrücken- und einem ebenfalss schwarzen Wangenstreifen verziert ist. Auf dem Nacken und der Schulter tragen sie eine gut entwickelte und steife Mähne. Die Ohren sind lang und schmal, außen hell kastanienbraun, und innen weiß. Sie haben an den Enden keine Haarbüschel.

Die Kälber sind auffallend gelblichbraun. Ihre Gesichtszeichnung ist noch undeutlich und entwickelt sich erst später.

 

Die Rappenantilope variiert innerhalb der Art in zwei Unterarten:

- Zum einen die in Angola lebende Riesen-Rappenantilope (H. variani), die man zwischen dem oberem Kuanza und dem Nebenfluß Luando findet. Sie wird von manchen Zoologen auch manchmal als eigene Art angesehen. Ihr Gesicht ist dunkler, fast schwarz. Die Hörner sind sehr viel kräftiger und länger als bei der typischen Unterart.

- Zum anderen die oben bereits beschriebene Art der gewöhnlichen Rappenantilope (Hippotragus niger).

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit der Pferdeantilope. Kennzeichnend ist aber die schwarze Färbung der Säbelantilope und der starke Kontrast zwischen der dunklen Flanke und dem weißen Bauch. Ebenfalls abweichend sind die Kopfzeichnung und die fehlenden Haarbüschel an den Ohren. Besonders aber kann man sie daran unterscheiden, dass die Rappenantilope gegenüber der Pferdeantilope die deutlich längeren und kräftigeren Hörner besitzt. Auch anhand der jeweiligen Region, die sie beleben, lassen sie sie sich trennen, sofern man sich im Wald oder einer reinen Grasslandschaft befindet. Die Rappenantilope bevorzugt bewaldete Gebiete, während die Pferdeantilope das offenere Grasland vorzieht, auch wenn sie beide natürlich im gleichen Gebiet vorkommen können, wenn es weder reiner Wald, noch reines Grasland ist.

Ausgstorben: Eine dritte Hippotragus Art ist leider bereits ausgestorben. Es handelte sich um die früher in Südafrika, im Swellendamm-Distrikt lebende Rappen- oder Pferdeantilope, die Blaubock genannt wurde (Hippotragus leucophaeus). Der Bestand dieser Art war aber nur klein. Der Blaubock war von auffallend bläulich-grauer Farbe, ohne besondere Gesichtszeichnung. Er war kleiner als die Rappen- und Pferdeantilopen, mit nur schwach entwickelter Mähne. Der Blaubock wurde bereits um 1800 ausgerottet, und stellt das erste durch Menschenhand ausgerottete afrikanische Säugetier südlich der Sahara dar.